Vertragsunterzeichnung für Halbstundentakt auf der Remsbahn zwischen Schwäbisch Gmünd und Aalen

Am Freitag, 3. November 2017, unterzeichneten Landrat Klaus Pavel und Professor Dr. Uwe Lahl, Ministerialdirektor im Stuttgarter Verkehrsministerium, die Mitfinanzierungsvereinbarung zwischen dem Ostalbkreis und dem Land Baden-Württemberg. Der Einführung eines durchgängigen Halbstundentaktes auf der Remsbahn bis Aalen ab Juni 2019 steht nun nichts mehr im Wege.

Die ursprünglichen Planungen sahen einen durchgehenden Halbstundentakt werktags und an Samstagen aus Stuttgart kommend nur bis Schwäbisch Gmünd vor. Dies wurde damit begründet, dass die für einen Halbstundentakt vom Land vorgegebenen objektiven Kriterien bei den Ein- und Ausstiegen von 5.000 Fahrgästen pro Tag zwischen Schwäbisch Gmünd und Aalen nicht erreicht werden. Allerdings war der durchgängige Halbstundentakt mit Regionalexpresszügen (künftige Bezeichnung Metropolexpress) eine stetige Kernforderung vom Regionalverband Ostwürttemberg und den Kommunen im Ostalbkreis.

Den Durchbruch für eine Einigung gab es in einem gemeinsamen Gespräch des Ostalbkreises, der Oberbürgermeister und Bürgermeister der Stadt Aalen und den Gemeinden Böbingen und Mögglingen sowie dem Regionalverband Ostwürttemberg mit dem Land Baden-Württemberg am 19. Februar 2016. Der Ostalbkreis sagte zu, sich an den jährlich zu erwartenden Gesamtkosten des ergänzenden Halbstundentaktes mit einem Drittel in einer Größenordnung von rund 300.000 € pro Jahr zu beteiligen. Diese finanzielle Beteiligung kann als fair und angemessen angesehen werden.

Am 22. März 2016 gab der Kreistag hierzu seine Zustimmung.

Über ein Jahr wurde ein präzisierter Vertrag erarbeitet, der mit der Unterzeichnung am vergangenen Freitag nun endlich in Kraft treten kann. Dieser enthält eine Angebotsaufwertung von 4.374 zusätzlichen Verbindungen pro Jahr, 43 zusätzlichen Zugpaaren pro Woche und 108.000 zusätzlichen Zugkilometern pro Jahr. Insbesondere für die vielen Pendler aus und in Richtung Stuttgart bedeutet dies deutlich mehr Flexibilität und eine verbesserte Verkehrsanbindung.

Eine ausgehandelte Öffnungsklausel gewährleistet neuerliche Gespräche über die Kostenverteilung zwischen Land und Ostalbkreis für den Fall, dass der vom Land vorgegebene Schwellenwert bei den Fahrgästen auf diesem Streckenabschnitt erreicht wird. Um die anvisierte Steigerung der Fahrgäste zu erreichen, wurde neben der Qualität der Verbindungen und der künftig neuen Züge des Typs Flirt mit Klimaanlage und WLAN und mehr Platz für Rollstuhlfahrer und Räder auch die Schaffung des neuen Bahnhaltes Aalen-West fixiert.

Die Stadt Aalen hat für diesen Bahnhalt in ihrem Haushalt 2018 rund 2,5 Millionen Euro in der mittelfristigen Finanzplanung veranschlagt. Hierdurch ergeben sich für die Stadt Aalen herausragende städtebauliche Chancen. Die Beschäftigte des Industriegebiets Aalen West können mit dem Zug zur Arbeit fahren und auch für die Studenten der Hochschule Aalen ist der Bahnhalt West fußläufig nur 20 Minuten entfernt. Im Umkreis des Bahnhaltes befinden sich 5.800 Einwohner und 4.200 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte, im drei Kilometer Einzugsbereich 13.500 Einwohner. Der Ostalbkreis wird sich um die vorrangige Verknüpfung von Bahnhalt und Busverkehr kümmern, insbesondere soll ein ÖPNV-Angebot zwischen Bahnhalt und Hochschule eingerichtet werden. Auch sieht die Stadt Aalen beidseitig der Zuggleise Park-and-Ride-Parkplätze vor, von der auch die Firma Brucker profitieren wird, bei der die Vertragsunterzeichnung - aufgrund der Nähe zum geplanten Bahnhalt - stattfand.

Bei der Vertragsunterzeichnung waren weiter mit dabei die Abgeordneten Margit Stumpp, Leni Breymaier und Winfried Mack sowie die Bürgermeister Karl-Heinz Ehrmann, Stadt Aalen, Dr. Joachim Bläse, Stadt Schwäbisch Gmünd, sowie die Kreisräte Wolfgang Hofer, Thomas Riede und Walter Havemann und Herr Regionalverbandsdirektor Thomas Eble vom Regionalverband Ostwürttemberg. Go-Ahead wurde von Dr. Hans-Peter Sienknecht vertreten. Der neue Schienenbetreiber Go-Ahead wird in Essingen ein Wartungswerk bauen und betreiben und ab Juni 2019 auch den Betrieb der Rehmsbahn übernehmen. Zeitgleich wird der Halbstundentakt auf der Remsbahn eingeführt werden.

Die Abgeordneten und Thomas Eble erinnerten an weitere Ziele der Anschlussverbesserung der Region an Nürnberg – Berlin, Zugdurchbindungen ab 2021 in Richtung Tübingen und Ulm und Ausbau der Brenzbahn, Riesbahn und Oberen Jagstbahn. Hierzu schlug Herr Prof. Dr. Uwe Lahl vor, im Frühjahr in einer kleinen Arbeitskonferenz zu prüfen, was seriös möglich ist. Es gibt noch viele Baustellen.

Insgesamt betrachtet, zeigt sich deutlich, dass eine Aufwertung des SPNV-Angebots die Attraktivität des Ostalbkreises als Lebens- und Wirtschaftsraum steigert.